Die meisten Nebenwirkungen der Betäubungsspritze, die umgangssprachlich „Novocain“ genannt wird, sind mild und vorübergehend. Sie können Taubheitsgefühl, Kribbeln, Schmerzen, Blutergüsse oder einen kurzen beschleunigten Herzschlag haben. Selten kann es zu einer schweren allergischen Reaktion oder zu einer zu hohen Menge an Betäubungsmittel im Blutkreislauf kommen. Suchen Sie sofort einen Notarzt auf, wenn Sie Atembeschwerden, Schwellungen im Gesicht oder im Rachen, Brustschmerzen oder einen Krampfanfall haben.
Das Wichtigste vorab: Häufige Nebenwirkungen klingen in der Regel innerhalb von Stunden bis zu einigen Tagen ab. Bei Atembeschwerden, Schwellungen im Gesicht oder im Rachen, Brustschmerzen, einem unregelmäßigen Herzschlag oder einem Krampfanfall sollten Sie jedoch 911 anrufen.
Was „Novocain“ heute bedeutet
Novocain ist ein alter Markenname für ein Betäubungsmittel namens Procain. Reines Procain wird in der Zahnmedizin heute nur noch selten verwendet.
Heute verwenden Zahnärzte in der Regel ein anderes Lokalanästhetikum, also einfach ein Medikament, das das Gefühl in einem bestimmten Bereich blockiert. Das gebräuchlichste ist Lidocain, das oft mit einer kleinen Menge Epinephrin gemischt wird. Articain ist eine weitere häufige Wahl. Die Standardlösung in der modernen Zahnmedizin ist 2%iges Lidocain mit Epinephrin, nicht echtes Novocain, laut einem Überblick über zahnärztliche Anästhesielösungen.
Viele Menschen sagen immer noch „Novocain“, wenn sie eine Betäubungsspritze meinen. Das ist im Alltag in Ordnung, aber das genaue Medikament ist wichtig. Nebenwirkungen und Allergierisiken können sich von Medikament zu Medikament unterscheiden. Wenn Sie in der Vergangenheit eine ungewöhnliche Reaktion hatten, fragen Sie Ihren Zahnarzt, welches Anästhetikum Sie genau erhalten haben, und notieren Sie es für das nächste Mal.
Häufige Nebenwirkungen, mit denen Sie rechnen sollten
Die meisten Nebenwirkungen einer zahnärztlichen Injektion sind lokal und kurzlebig. Dazu können gehören:
- Taubheitsgefühl und Kribbeln in Lippe, Zunge oder Wange.
- Schmerzen an der Injektionsstelle.
- Blutergüsse oder leichte Schwellungen in der Nähe der Spritze.
- Kieferschmerzen, besonders nach einem längeren Termin.
- Kopfschmerzen, Schwindel oder leichte Übelkeit.
- Zittriges Gefühl oder beschleunigter Herzschlag.
Einige dieser Symptome werden nicht durch das Betäubungsmittel selbst verursacht. Viele Dentalanästhetika enthalten Epinephrin, eine Substanz, die das Medikament länger an Ort und Stelle hält, indem sie die umliegenden Blutgefäße verengt. Epinephrin kann vorübergehend Ihren Herzschlag beschleunigen oder ein zittriges Gefühl verursachen. Angst kann dieselben Gefühle auslösen. Ein Überblick über Komplikationen bei lokaler Dentalanästhesie stellt fest, dass angstbedingte Reaktionen die häufigsten Nebenwirkungen einer Injektion sind.
Die meisten dieser Effekte klingen innerhalb von einigen Stunden bis zu einigen Tagen ab.
Wie lange halten Nebenwirkungen an?
Der Zeitrahmen ist von Person zu Person unterschiedlich. Hier ist eine allgemeine Orientierung:
Taube Lippe, Zunge oder Wange | Oft 1–3 Stunden |
Schmerzen oder Blutergüsse an der Injektionsstelle | Ein paar Tage |
Nervosität oder schneller Herzschlag | Minuten bis einige Stunden |
Rufen Sie Ihren Zahnarzt an, wenn die Taubheit länger als etwa 24 Stunden anhält. Rufen Sie auch an, wenn Schmerzen, Schwellungen oder andere Symptome schlimmer statt besser werden.
Lang anhaltende Taubheit ist selten. Eine systematische Überprüfung von Unterkiefernervenblockaden ergab, dass nervenbedingte Nebenwirkungen selten sind. Die meisten Fälle bessern sich, aber manche Menschen benötigen möglicherweise einen Spezialisten, wenn sich die Taubheit nicht innerhalb von ein paar Wochen bessert.
Schwere Nebenwirkungen und Notfall-Warnsignale
Schwere Reaktionen sind selten, erfordern aber schnelles Handeln. Rufen Sie 911 an oder gehen Sie in die Notaufnahme, wenn Sie Folgendes haben:
- Nesselsucht oder einen juckenden Ausschlag, der sich ausbreitet.
- Schwellung der Lippen, Zunge oder Kehle.
- Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken.
- Ohnmacht.
- Einen Krampfanfall oder plötzliche Verwirrtheit.
- Brustschmerzen oder einen unregelmäßigen Herzschlag.
- Bläulich aussehende Lippen oder Haut.
Diese Anzeichen können auf einige seltene Probleme hinweisen.
Eine schwere allergische Reaktion, genannt Anaphylaxie, kann Nesselsucht, Schwellungen und Atembeschwerden verursachen. Allergien gegen diese Klasse von Dentalanästhetika sind ungewöhnlich, aber sie können vorkommen.
Systemische Toxizität von Lokalanästhetika bedeutet, dass zu viel Betäubungsmittel in den Blutkreislauf gelangt ist. Es kann das Gehirn oder Herz beeinträchtigen. Eine Überprüfung der systemischen Toxizität von Lokalanästhetika stellt fest, dass Krampfanfälle eines der häufigsten schwerwiegenden Anzeichen sind, es kann sich aber auch als Brustschmerzen oder unregelmäßiger Herzschlag zeigen.
Methämoglobinämie ist eine seltene Erkrankung, bei der das Blut nicht normal Sauerstoff transportieren kann. Sie kann dazu führen, dass Lippen oder Haut blau aussehen. Sie wurde mit einigen Anästhetikaprodukten in Verbindung gebracht, darunter Prilocain, Articain und das topische Medikament Benzocain.
Dies sind Notfälle, keine Situationen zum Abwarten und Beobachten.
Wann Sie Ihren Zahnarzt anrufen vs. 911
Nutzen Sie diesen einfachen Leitfaden, um zu entscheiden, wen Sie anrufen sollten.
Taubheitsgefühl, das länger als 24 Stunden anhält | Atem- oder Schluckbeschwerden |
Fieber | Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen |
Zunehmende Schwellung | Kollaps oder Ohnmacht |
Ein leichter Hautausschlag ohne Atemprobleme | Krampfanfall |
Fragen zur Nachsorge | Brustschmerzen oder ein unregelmäßiger Herzschlag |
Wenn ein leichter Hautausschlag zusammen mit einem Notfallzeichen auftritt, rufen Sie 911 an.
Im Zweifelsfall rufen Sie 911 bei plötzlichen, schweren oder sich verschlimmernden Symptomen. Es ist besser, schnell Notfallhilfe zu holen, als zu warten.
Fazit
Häufige „Novocain“-Nebenwirkungen sind in der Regel mild und vorübergehend. Taubheitsgefühl, Schmerzen, Blutergüsse und ein kurzer schneller Herzschlag bessern sich normalerweise von selbst.
Warnsymptome sind anders. Atembeschwerden, Schwellungen im Gesicht oder Rachen, Brustschmerzen, ein unregelmäßiger Herzschlag oder ein Krampfanfall erfordern immer eine Notfallversorgung.
Fragen Sie Ihren Zahnarzt, welches Anästhetikum Sie erhalten haben. Befolgen Sie die Nachsorge- Anweisungen, die Sie erhalten haben. Und wenn sich etwas verschlimmert oder länger als erwartet anhält, rufen Sie die Zahnarztpraxis an. Sie müssen nicht raten.
Dieser Artikel wurde von einer Fachkraft für Mundgesundheit auf seine Richtigkeit hin überprüft. Er dient der allgemeinen Information und sollte nicht als Ersatz für eine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung verwendet werden. Wenn Sie Fragen oder Bedenken bezüglich Ihrer Mundgesundheit haben, wenden Sie sich bitte an einen Zahnarzt, Arzt oder eine andere qualifizierte medizinische Fachkraft.










